Crozat-Therapie  

Die Bionator-Therapie gilt als Basis der ganzheitlichen kiefer­orthopädischen Behandlung, dennoch gibt es außer den Kiefer­anomalien, die eine Operation notwendig machen, eine Reihe von Deformationen, die neben dem Bionator weitere Hilfsmittel wie die hier zu erläuternde Crozat-Apparatur erfordern.

Erfolgreich seit den zwanziger Jahren

Die Crozat-Methode wurde in den zwanziger Jahren von Dr. Georg Bernhard Crozat eingeführt. Gleichzeitig arbeitete – völlig unabhängig von Crozat – Prof. Dr. Paul Simon an der Berliner Charite´ an einer ähnlichen Methode; 1933 erschien sein erstes Lehrbuch „System einer biologisch-mechanischen Therapie der Gebissanomalien”. Die Crozat-Methode wurde von Dr. Albrecht Wiebrecht, dem Lehrer des Autors, bei Crozat selbst erlernt und fortgeführt. Wiebrecht gelang es, diese erfolgreiche und vielseitige Regulierungsmethode besonders in den USA, aber auch in Europa und Asien zu verbreiten. 1966 brachte Wiebrecht das erste Buch über die Crozat-Therapie heraus. Der Verfasser dieser Broschüre arbeitet nunmehr seit über 25 Jahren erfolgreich nach diesem System, allerdings in Kombination mit dem Bionator.

Die Crozat-Apparatur

Die Weiterentwicklung durch den skelettierten Bionator
Behandlungsbeginn Behandlungsende
202a Crozat-Therapie 202a Crozat-Therapie 202a Crozat-Therapie

Der Einsatz der Crozat-Apparatur ist im Rahmen der Bionator-Therapie und den begleitenden ganzheitlichen Therapien in einigen Fällen hilfreich und notwendig. Man denke vor allen an das Öffnen von Lücken für verlagerte Zähne, die Entwicklung starker Zahnbogeneinengungen und das Einordnen gedrehter Zähne. Anders als der Bionator ist die Crozat-Apparatur für Einzelbereiche und Einzelzähne gedacht. Sie ist im wesentlichen keine funktionelle Apparatur, trotzdem gehen von ihr funktionelle Wirkungen aus. Sie ist besonders geeignet, die Zahnbögen in sagittaler, transversaler und vertikaler Dimension zu entwickeln.

Die Apparatur und ihre Aufgaben

Das Crozat-Gerät ist eine herausnehmbare Apparatur, die aus gelöteten oder geschweißten Edelmetall-Drähten besteht. Die Wirkungsweise besteht darin, dass das Gerät an allen Bereichen der Zähne gezielt angreift um den Kiefer zu entwickeln, die Molaren, Prämolaren, Eckzähne und Frontzähne zu ordnen und aufzurichten.
Nur ein ganz geringer Druck ist notwendig, um Veränderungen herbeizuführen. Die anzuwendenden Kräfte sind zudem sehr fein dosierbar zielgenau und mehrdimensional zur gleichen Zeit einsetzbar. So kann man zum Beispiel einen Zahnbogen gleichzeitig im Molar bereich enger stellen, im Praemolarenbereich z. B. weiten und dabei einzelne Zähne verlängern, verkürzen oder drehen. Ebenso wie bei der Bionator-Therapie geht es auch bei Crozat um die Schaffung symmetrischer Gegebenheiten im Gebisssystem, nicht nur in vertikaler Richtung, sondern auch raumbezogen, so dass beide Kieferhälften deckungsgleich sind.

Die Beweglichkeit

Die Zierlichkeit der Crozat-Apparatur gibt der Zunge freien Raum und beeinträchtigt – ebenso wenig wie der Bionator – weder das Sprechen noch die Zungen- oder Schluckfunktion. Die Elastizität des Zahnhalteapparates bleibt erhalten, der Knochen, alle beteiligten Muskeln und Bänder, das Bindegewebe, der Kauvorgang und die Atmung werden bei der Veränderung einbezogen.

Indikation und Dauer der Behandlung

Die Anwendung des Crozat-Gerätes ist etwa vom 6. bis zum 6o. Lebensjahr möglich. Crozat-Behandlungen dauern in der Regel zwischen zwei und drei Jahren. Die Indikation ist – auf Teilbereiche der Gesamtindikation bezogen – unbeschränkt.

Der Behandlungsablauf

Beim Behandlungsablauf muss darauf geachtet werden, dass die Zahnbogenentwicklung systematisch in einzelnen Teilabschnitten durchgeführt wird.

Schritt 1, Teil 1:
Im Bereich der Zähne 14/24, 34/44 und 16/26, 36/46 werden die Zahnreihen in sagittaler und transversaler Richtung entwickelt.

Schritt 1, Teil 2:
Die Apparate werden für die Zähne 13/23 und 33/43 sowie die Zähne 17/27 und 37/47 erweitert, um auch diese Zähne in den Zahnbogen einzubeziehen.

Schritt 2, Teil 1:
Erst bei diesem Schritt werden die Frontzähne des Ober- und Unterkiefers eingeordnet, da dann für diese Zähne von der Kieferentwicklung her genügend Platz vorhanden ist.

Schritt 2, Teil 2:
In diesem Teil geht es um die Feineinstellung in den Zahnbögen. Hier sollte der Bionator eingesetzt werden.

Crozat- und Bionator-Behandlung im Einklang

Da fast alle Crozat-Behandlungen – wie oben beschrieben – mit dem Bionator beendet werden, stellen sich die Zahnbögen dann jeweils individuell ein. Es kommt dabei auch zu den erwünschten „aufs Ganze wirkenden” Kräften, die für den Erfolg der Bionator-Therapie so ausschlaggebend sind.

So ergänzen sich Bionator- und Crozat-Behandlung und bewirken eine gegenseitige therapeutische Steigerung. Das gemeinsame Hauptziel ist eine optimale Mundraumfunktion.


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